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Nutzen und Risiken von Hausmitteln zur Zahnaufhellung

Können Hausmittel die Zähne aufhellen?

Bleaching mit Hausmittel
30. Mai 2021

Unter der Lupe: Unterschiedliche Hausmittel zur Zahnaufhellung

Schöne weisse Zähne werden mit Attraktivität, Jugend, Gesundheit und Erfolg assoziiert. In Office Bleaching und Home Bleaching sind bewährte Verfahren zur Zahnaufhellung, einigen Hausmitteln wie zum Beispiel Natron, Aktivkohle, Zitronensaft oder Backpulver werden auch eine zahnaufhellende Wirkung nachgesagt.

Vorweggeschickt, kein Hausmittel erreicht einen klassischen Bleaching Effekt. Auf Grund der zeitintensiven Zahnpflege und Entfernung der Zahnbeläge (Plaque) kann jedoch ein leichter, optischer Aufhellungseffekt der Zähne erzielt werden.

 

 

Schwarze Aktivkohle in unterschiedlichen Produkten für weiße Zähne – funktioniert das?

Aktivkohle oder auch medizinische Kohle (lat. Carbo medicinalis) genannt, ist porös und fein- bis grobkörnig. Auf Grund der porenreichen Struktur hat Aktivkohle eine besonders grosse Oberfläche und wirkt wie ein Schwamm. Aktivkohle wird in der Chemie, der Medizin (Giftstoffausleitung aus dem Magen-Darm-Trakt) und bei physikalischen Prozessen (z.B. Trinkwasser- und Luftreinigung) eingesetzt. Mittlerweile setzt auch die Kosmetikindustrie auf die Kraft der Aktivkohle in Gesichtsmasken, Duschgels, Shampoo und eben Zahnpasta.

 

Verabreichungsformen sind dabei:

  • Aktivkohlekapseln: Die Kapsel wird vor dem Zähneputzen zerbissen. Die Aktivkohle hat eine reinigende und scheinbar aufhellende Wirkung. Sie bindet oberflächliche Schmutzpartikel, jedoch erfolgt die aufhellende Wirkung nicht durch ein Bleaching Effekt, sondern durch den massiven Abrieb des Zahnschmelzes. Auf Grund der grossen Partikelgrösse der Aktivkohle wirkt sie wie „Scheuerpulver“. Je öfter mit der Aktivkohle geputzt wird, desto mehr Zahnschmelz wird „weggeschrubbt“. Die Zahnoberfläche wird immer rauer und in den mechanischen Mikroverletzungen des Zahnschmelzes lagern sich vermehrt Beläge an.
  • Pulverform: Das medizinische Aktivkohlepulver wird mit Wasser verwendet. Der Effekt und die schädigende Wirkung ist die gleiche wie bei der Kapselform.
  • Zahnpasta: In handelsüblicher Zahnpasta beigesetzte Aktivkohle verliert die natürliche Reinigungsfunktion, da die Aktivkohle bereits mit anderen Inhaltsstoffen in der Zahnpaste reagiert hat. Zahnpasta mit Aktivkohle hat einen relativ hohen RDA Wert (Relative Dentin Abrasion).

 

Die Nachteile sind:

  • Raue Zahnoberflächen
  • Die Zähne werden durch die mechanischen Mikroverletzungen für Verfärbungen und Karies anfälliger
  • Verlust von Zahnschmelz
  • Wird der Zahnschmelz dünner, schimmert das gelbliche Dentin stärker durch, die Zähne erscheinen dunkler
  • Empfindliche Zähne

 

Zahnaufhellung mit Gewürzen, Ölen oder Früchten

Zahnaufhellung mit Gewürzen
Kurkuma (Curcuma longa) gilt seit 4000 Jahren als Heilpflanze. In der indischen Alternativmedizin „Ayurveda“ wird es als „heisses“ Gewürz, mit reinigenden und energiespendenden Eigenschaften beschrieben. Kurkuma verleiht Speisen eine gelbliche Farbe, umso überraschender ist die tatsächlich zahnaufhellende Wirkung.

Hierfür kaut man einige Minuten auf einer rohen Kurkumawurzel oder vermischt Kurkumapulver mit Wasser oder Öl zu einer Paste zum Zähneputzen. Anschliessend sollten die Zähne mit einer klassischen Zahncreme nachgeputzt werden.

 

  • Kurkuma fördert eine gesunde Mundflora
  • Kurkuma wirkt leicht bakterizid
  • Kurkuma hat eine leicht entzündungshemmende Wirkung

 

Einen wissenschaftlichen Nachweis in Form von Studien über die zahnaufhellende Wirkung von Kurkuma gibt es nicht.

 

Zahnaufhellung mit Ölen
„Ölziehen“ – funktioniert die Zahnaufhellung mit Ölen?

Nein, Ölziehen hat keinen zahnaufhellenden Effekt, aber schädigt die Zähne auch nicht. Das Ölziehen (Ölkur, Ölsaugen, Ölkauen) ist eine ayurvedische Heilmethode, bei der mit Pflanzenölen der Mund gespült wird. Beim Ölziehen wird ein Esslöffel kaltgepresstes Pflanzenöl wie zum Beispiel Olivenöl, Sesamöl, Sonnenblumenöl oder Kokosöl am Morgen ca. 10 bis 20 Minuten langsam im Mund hin und her bewegt und zwischen den Zähnen durchgezogen. Das Öl wird anschließend ausgespuckt und der Mund mit Wasser ausgespült.

Es ist unbestritten, dass eine konzentrierte häusliche Mundhygiene in Form von ölziehen für die Zahn- und Mundgesundheit positiv ist. Des Weiteren wird manchen Pflanzenölen eine bakterizide Wirkung nachgesagt. Eine zahnaufhellende Wirkung jedoch, ausgenommen bei Kokosöl, ist jedoch nicht nachweisbar.

 

Zahnaufhellung mit Kokosöl
Kokosöl (Oleum cocos) ist ein Pflanzenöl, das beim Backen, Braten, Frittieren und industriell in der Süßwaren-, Pharma- und Kosmetikwirtschaft Verwendung findet. Kokosöl hat eine sehr geringe zahnaufhellende Wirkung, wofür die im Fett natürlich enthaltene Laurinsäure verantwortlich ist.

Hierfür wird täglich 15 Minuten der Mund mit Kokusöl gespült oder mit einer Kokusölcreme die Zähne geputzt. Das Naturprodukt hat keine gesundheitsschädliche Nebenwirkungen.


Zahnaufhellung mit Nelkenöl
Nelkenöl ist ein ätherisches Öl, welches aus den Knospen, Blättern oder Stielen des Gewürznelkenbaums gewonnen wird. Die Gewürznelke wird seit Jahrhunderten als Gewürz und in der Medizin auf Grund der antibakteriellen, antioxidativen, entzündungshemmenden, fungiziden und schmerzlindernden Eigenschaften verwendet. Seit einiger Zeit wird Nelkenöl eine nicht nachweisbare, zahnaufhellende Wirkung zugedacht. Hierfür werden einige Tropfen Nelkenöl zur herkömmlichen Zahnpasta gegeben oder das Öl wird direkt auf den Zähnen verrieben. Das durchaus starke, natürliche Heilmittel kann das Zahnfleisch reizen und Allergien auslösen.

 

Zahnaufhellung mit Früchten

Zitronensaft ist eine sehr starke Säure und wirkt zahnaufhellend. Die Zitronensäure schädigt jedoch nachhaltig den Zahnschmelz. Das gleiche gilt abgeschwächt für Erdbeeren und andere säurehaltige Obstsorten, hinzukommt, dass der Fruchtzucker die Entwicklung von Karies begünstigt.


Zahnaufhellung mit Backpulver oder Natron?

Ein Inhaltsstoff von Backpulver ist Natron (Natriumhydrogencarbonat) und dient beim Backen als Treibmittel. Durch Feuchtigkeit und Hitze entsteht Kohlenstoffdioxid (CO2), das gasförmig CO2 vergrössert so das Volumen des Teigs. Grundsätzlich ist es möglich, mit Backpulver oder reinem Natron die Zähne aufzuhellen. Hierfür wird die feuchte Zahnbürste in das Pulver getaucht und die Zähne geputzt. Der deutlich aufhellende Effekt ist beeindruckend. Das liegt an einer chemischen Reaktion des Natrons mit Wasser, es entsteht Natriumcarbonat. Das Natriumcarbonat hellt die Zähne auf, wirkt aber in der Pulverform wie ein Schleifmittel.

Noch aggressiver und schädlicher ist eine Mixtur aus Backpulver oder Natron mit Zitronensäure.

 

 

Es gibt noch viele andere Hausmittel, denen eine zahnaufhellende Wirkung nachgesagt wird. Zum Beispiel Salbei oder indisches Basilikum. Allen pulverförmigen Hausmitteln und sogenannten natürlichen Zahnaufhellern ist gemeinsam, dass die grobkörnige Struktur die Zahnsubstanz schädigt oder die starken Fruchtsäuren den Zahnschmelz auflöst. 

 

Erfahren Sie hier mehr über unsere medizinische Bleachingverfahren, die sowohl nachhaltig als auch schonend Ihre Zähne aufhellen.

 

 

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